01 / 06 / 2025
4 Minuten Lesen

Was ist Bodyplay?

 

Es ist ein Begriff, der in der Schweiz seit einiger Zeit für Gesprächsstoff sorgt. Man liest ihn zwar noch nicht überall, doch in der Schweizer Erotikbranche taucht das Wort „Bodyplay“ immer häufiger auf; oft, ohne dass dabei klar ist, was genau damit gemeint ist. In diesem Artikel nehme ich den Begriff genauer unter die Lupe, um Ihnen zu helfen, ihn besser zu verstehen.

 

Was ist Bodyplay?

Zunächst einmal ist „Bodyplay“ ein englischer Begriff, der sich aus zwei eigenständigen Wörtern zusammensetzt:

Body (Körper) + Play (Spielen) . 

Zusammengenommen ergibt sich daraus: „Mit dem Körper spielen“. Bodyplay bezieht sich also auf körperbezogene Spiele. Doch um welche Art von körperlichen Spielen geht es hier genau? Nun, der Begriff ist vage : es gibt keine präzise Definition. Das lässt viel Raum für Interpretationen. Die unter den Begriff „Bodyplay“ fallenden körperlichen Aktivitäten können zu künstlerischen, sportlichen, therapeutischen oder auch sexuellen Zwecken ausgeübt werden.

 

Die verschiedenen Formen von Bodyplay

Bodyplay in der Kunst

Der Begriff „Bodyplay“ (der auch getrennt als „Body Play“ geschrieben werden kann) wird oft im Zusammenhang mit anderen Begriffen verwendet, etwa „Body Art“ (der Künstler nutzt seinen eigenen Körper als Träger oder Gegenstand des Werks) oder „Body Painting“ (die Kunst, den Körper zu bemalen, wobei dieser zur lebendigen Leinwand wird). Er bezeichnet experimentelle oder rituelle körperliche Praktiken, die sich an der Schnittstelle von Performance, somatischer Erkundung und, bisweilen, Körpermodifikation bewegen.

 

Bodyplay im Sport

Im Rahmen bestimmter sportlicher Regeln bezeichnet „Bodyplay“ den Einsatz des Körpers für physischen Kontakt und Auseinandersetzungen. Der Begriff kann sich zudem auf spezifische Formen des Körperkontakts in bestimmten Kontexten beziehen. In Mannschaftssportarten wie Fussball, Rugby oder Handball wird der Begriff „Body Play“ meist verwendet, um den regelkonformen Einsatz des eigenen Körpers zu beschreiben; etwa um einen Gegner im Kampf um den Ball zu blockieren, abzudrängen oder in einen Zweikampf zu verwickeln. Bei bestimmten Rückschlagsportarten, wie etwa Squash, bezeichnet „playing the body“ hingegen eine Taktik, bei der ein Spieler, anstatt sich zum Ball zu bewegen, gezielt mit dem Körper des Gegners kollidiert, um vom Schiedsrichter eine Entscheidung auf „Behinderung“ (Obstruction) zu erwirken.

 

Bodyplay als Therapie

Im therapeutischen Kontext wird der Begriff „Bodyplay“ vor allem verwendet, um Konzepte bestimmter Strömungen der Körperpsychotherapie oder alternativer Heilmethoden zu beschreiben. Hierbei geht es insbesondere um professionelle Psychotherapie, die körperorientierte Spielformen als Interventionsmittel einsetzt. Ziel ist es, Patienten (vor allem solche mit traumatischen Erfahrungen) dabei zu unterstützen, Zugang zu psychischen Verletzungen zu finden, die im Körper gespeichert sind, und diese zu verarbeiten.

 

Bodyplay in der Erotikbranche

In der Erotikbranche gibt es für „Bodyplay“ keine eindeutige Definition. Der Begriff bezeichnet allgemein Aktivitäten, bei denen der Körper im Mittelpunkt steht. Da diese Aktivitäten weder standardisiert noch fest klassifiziert sind, können sie sich auf verschiedenste Praktiken beziehen, die einen direkten Körperkontakt beinhalten. Dazu zählen alle Formen von Massagen, die in der Erotikbranche üblich sind: etwa Tantra-Massagen, Nuru-Massagen, „Body-to-Body“-Massagen oder erotische Massagen mit „Happy End“, Lingam, Lomi-Lomi... Ebenso umfasst der Begriff intensivere körperliche Spielformen (etwa BDSM oder verschiedene Grade von Dominanz), fantasievolle Ansätze (wie Rollenspiele) sowie sensorisch orientierte Praktiken (darunter „Impact Play“, zu dem beispielsweise das Spanking gehört). Solche Praktiken dienen nicht nur der sexuellen Erregung, sondern zielen auch darauf ab, den Menschen zu wecken und emotionale Tiefe, Verletzlichkeit sowie eine bewusste Präsenz zu fördern.

Vielleicht fragen Sie sich, ob Bodyplay in eine sexuelle Erfahrung übergehen kann? Die Antwort lautet: Ja. Für manche Menschen ist Bodyplay tatsächlich eng mit sexuellen Erlebnissen verknüpft. Andererseits gibt es zahlreiche Formen des Bodyplay, die völlig frei von sexuellen Aspekten sind und stattdessen den Fokus auf Themen wie Sinnlichkeit, Spiritualität oder emotionale Befreiung legen. Da „Bodyplay“ ein Oberbegriff ist, der ein breites Spektrum an Aktivitäten umfasst, von sanften Berührungen und sensorischer Erkundung bis hin zu intensiveren körperlichen Interaktionen, kann er natürlich auch in einer ausgeprägteren Form gelebt werden, etwa im Rahmen einer klassischen „GFE“-Erfahrung (Girlfriend Experience).

In der Sexindustrie ist es daher üblich, den Begriff „Bodyplay“ zu verwenden, da er umfassender und gesellschaftlich akzeptierter ist sowie weniger explizit wirkt als andere Bezeichnungen, die von der breiten Öffentlichkeit möglicherweise als weniger „politisch korrekt“ oder zu provokant empfunden werden.

 

Bodyplay: Eine Vielfalt an Interpretationen

Da es keine verbindliche Definition für den Begriff „Bodyplay“ gibt, ist das emotionale Spektrum weit, tief und stark vom jeweiligen Kontext abhängig. Je nachdem, worauf man sich bezieht, kann Bodyplay Gefühle auslösen, die mit Kunst, Hingabe, Konfrontation, Vertrauen, Erregung, Befreiung und/oder Verbundenheit verknüpft sind. Es gibt nicht die eine „richtige“ Art, Bodyplay zu praktizieren; die Bedeutung des Begriffs ist keineswegs starr, ganz im Gegenteil.

 

Janet – The Velvet Rooms

 


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