28 / 01 / 2023
10 Minuten Lesen

Lust auf einen Job auf 450-Euro-Basis?

Im Sommer 2022, als ich die deutsche Grenze überquerte, rief mich eine Anzeige am Fenster einer Supermarktkette auf den Plan (siehe Bild oben). Auf der Suche nach Mitarbeitern zur Verstärkung ihres Teams blieb ich einige Minuten vor dieser Anzeige stehen, weil ich es kaum glauben konnte. Ich war mir nicht sicher, was ich da las. Also machte ich ein Foto, um wenn ich Zeit habe, dieses Stellenangebot, das mir surreal erschien, zu lesen und wieder zu lesen. Wieder zu Hause in der Schweiz angekommen, wollte ich diesen Artikel mit Euch teilen, den Euch im besten Fall zum Nachdenken anregt und Euer Verhalten ändern wird, oder zumindest Euch die Augen öffnet und ermutig, die Einstellung zum Escort-Job zu ändern.

Was bedeutet diese Anzeige wirklich?

" Wir suchen SIE, um unser Team auf 450- EURO-Basis zu verstärken. Hinterlassen Sie Ihren Lebenslauf direkt in einem unserer Shops. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören. Ihr Penny-Team in Jetstetten. "

Was mich am meisten überrascht hat, war die "Vergütung". Es ist nicht klar, ob es sich um ein monatliches oder zweimonatliches Gehalt handelt. Aber in Bezug auf Löhne in Deutschland reden wir hier sicherlich nicht über ein Wochengehalt. Diese niedrige Bezahlung lässt nicht vermuten, dass es sich hier um eine Vollzeitstelle handelt. Es ist sicherlich eine bewusste Absicht des Unternehmens, diese wesentliche Information, die die Bewerber motivieren oder davon abhalten soll, sich zu bewerben, im Dunkeln zu lassen. Und doch, wenn man die Worte sorgfältig analysiert (absichtlich fett geschrieben, um zu vermeiden, dass man noch einmal darüber spricht und Ihnen sagt "wir haben es in die Anzeige geschrieben und es ist nicht verhandelbar"), sprechen wir hier von 450-EURO-Basis. Für mich ist das ganz klar, ich kann zwischen den Zeilen lesen und erkenne hier die Absicht, aber ich weiß, dass die große Mehrheit der Menschen, zumindest jene die auf diese Art von "Jobangebot" ansprechen, diese Anzeige vielleicht anders lesen. Aber was bedeutet diese verblüffende Formulierung (450-EURO-Basis) wirklich? Ich brauchte nicht lange im Internet zu suchen, um die Definition dieser neuen, modernen Sklaverei zu finden. Ein kürzlich von einer Forscherin verfasster und 2021 veröffentlichter Artikel sagt uns, dass diese Beschäftigungsformen namens Minijobs in Deutschland sehr beliebt sind, aber auch die Ungleichheiten zwischen den sozialen Schichten vertiefen. Hier ist ein Auszug aus der Forschungsarbeit von Regina Konle-Seild (2021), deren vollständiger Artikel (auf Englisch) direkt unten verlinkt ist:

„Minijobs bleiben in der deutschen Politiklandschaft umstritten. Die Gründe, die Anreize für dieses besondere Beschäftigungsprogramm einzuschränken oder zu verstärken, änderten sich im Laufe der Zeit. Allerdings gibt es noch immer keine politische Mehrheit für seine Abschaffung, vor allem wegen seiner Popularität sowohl bei Minijobbern als auch bei Arbeitgebern. Einige politische Parteien wie die Liberalen und die Konservativen betonen den Beitrag von Minijobs zu mehr Flexibilität für kleine und mittlere Unternehmen, während andere wie die Grünen, die Linke und die Sozialdemokraten eine Abschaffung der Regelung bis 2020 fordern Umwandlung von Minijobs in voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Experten haben auch hervorgehoben, dass Minijobs in Zeiten zunehmenden Arbeitskräftemangels eine Bedrohung für die nachhaltige Fachkräftesicherung darstellen Minijobs haben sich auch in der COVID-19-Krise nicht bewährt. Ein Grund für den starken Rückgang seit Anfang 2020 ist die Tatsache, dass Minijobber keinen Anspruch auf das versicherungspflichtige Kurzarbeitergeld haben – das wichtigste politische Instrument zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Krisenzeiten in Deutschland“ (Konle-Seild, 2021).

https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/9AC3B2E663E2F283270DCDA074F83484/S2169976321000115a.pdf/precarious-but-popular-the-german-mini-job-scheme-in-comparative-research-on-work-and-welfare.pdf

Was sind Minijobs genau?

In Deutschland sind das Nebenjobs, die keine besonderen Fähigkeiten erfordern, schlecht bezahlt sind und in der Regel besetzt von Frauen, Studenten, Rentnern... Man kann zwei Minijobs gleichzeitig haben und mit maximal 520 Euro (brutto) im Monat rechnen für 8 bis 20 Stunden Wochenarbeit, die steuerfrei sind, für die Du aber eine Arbeitsversicherung abschliessen muss. Noch ein wichtiger Hinweis: Minijobs sind nicht rentenversicherungspflichtig. Zum schluss, haben Minijobs flexible Arbeitszeiten und sind sehr leicht zu finden und erfordern wenig bis gar keine Qualifikation.

Mit anderen Worten, das ist das Geld, das Du erwarten kannst, wenn Du keine Qualifikation hast, was bedeutet, dass Du auf dem Arbeitsmarkt nicht wettbewerbsfähig bist. Die Löhne stagnieren seit 50 Jahren. Wenn also die Gehälter für ungelernte Arbeiter/innen im Jahr 2023 so niedrig sind, wie viel kannst Du in 5 bis 10 Jahren erwarten, wenn Du weisst, dass die Lebenshaltungskosten nicht aufhören zu steigen?

So gelingt es vielen Arbeitgebern, einfach, kostengünstig und völlig legal zu rekrutieren, da diese Massnahmen von der deutschen Regierung unterstützt werden (dieselben Arbeitsinitiativen breiten sich in anderen EU-Ländern aus. Minijobs sind allgegenwärtig und in Frankreich zu finden), Niederlande, Belgien…).

So schaffen viele Firmen es, problemlos, legal und zu geringen Kosten Personal einzustellen. Und warum erhöhen sie die Löhne nicht? Nun, weil sie genug Bewerber haben. Ja, es gibt viele Leute die bereit sind, für diesen Lohn zu arbeiten und wisst Ihr warum? Weil es immer weniger Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt gibt, im Gegensatz zu dem was sie uns glauben machen wollen, dass die Unternehmen heute den roten Teppich für alle jungen Leute ausrollen die in ihr Unternehmen eintreten wollen... Hütet Euch vor dem, was die Medien sagen um Euch in der Illusion zu halten. Es gibt einen Mangel an Arbeitsplätzen, ja, aber nicht für alle, nicht überall und schon gar nicht für die besten Jobs auf dem Markt. Folgt ihr mir noch? Kurz gesagt, entweder man ist hochqualifiziert oder man bekommt die anderen Jobs, die nicht automatisierbaren sind und die schlecht bezahlt sind. Die Schweiz ist noch nicht in diesem Szenario gelandet, aber es könnte irgendwann kommen. Die EU hat jedoch ihre beiden Füsse darin.

Jeder Job ausser Sexarbeiterin!

Dies ist ein Phänomen, das seit einigen Monaten in Europa zu beobachten ist. Der Personalmangel nimmt in allen Wirtschaftszweigen zu, während die Arbeitslosigkeit offenbar gering ist und die Bewerber die Wahl haben, wo und für wen sie arbeiten wollen. Es fällt mir schwer, diese Medienpropaganda zu glauben. Ich kenne mehrere Personen, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben und denen nach vielen Monaten nur unbezahlte Praktikums angeboten werden... Denn was sie uns nicht sagen, ist, dass entscheidend ist, was Du studierst hast, wo Du es studiert hast und Dein soziales, wirtschaftliches und kulturelles Kapital. Der Rest, zählt weniger. Es ist dein Startkapital, das über Deine Zukunft, deine zukünftige Arbeit und dein zu erwartendes Gehalt entscheidet. Es ist tatsächlich eine Frage der sozialen Klasse und nicht mehr der Meritokratie. Natürlich gibt es Ausnahmen von der Regel, aber sehr wenige.

Das Sprichwort, dass es für jeden Arbeit gibt, ist teilweise wahr: Ja, es gibt Arbeit. Aber die besten, sozial lohnendsten, bestbezahlten und interessantesten Jobs sind nicht für jeden zugänglich. Es begann in den 80er Jahren und wird in Zukunft noch mehr der Fall sein. Ich habe oft gehört, wie Menschen sagten: "Ich würde lieber Toiletten putzen als Escortdame zu arbeiten". Das klingt so, als ob es mehr erniedrigend wäre, Sexarbeiterin zu sein, als öffentliche Toiletten zu putzen. Nun, der 450-Euro-Basis-Angestellte bei Penny putzt keine Toiletten und wird für diese Arbeit auch nicht finanziell belohnt... das gibt Euch eine Vorstellung davon, wie niedrig die Gehälter vor allem in bestimmten Ländern der EU (Spanien, Portugal, Italien, Deutschland, um nur einige zu nennen) sein können... was Dich letztendlich dazu bringen könnte, den Job als Escortdame zu überdenken/zu respektieren und ihn als echten Job zu sehen (und nicht als Hobby, wie viele von Euch es sehen), vor allem, wenn Du keine Ausbildung, ein unvollständiges Studium und/oder keine Perspektive im Leben hast.

Wenn Du Dich für den Beruf der Escortdame entscheidest und ihn richtig ausübst, gibt es keinen durchschnittlichen Job mit dem Du das verdienen kannst (ohne Ausbildung oder ohne irgend relevant Erfahrung im Arbeitsmarkt), was Du als Escortdame verdienen wirst. Wenn Du das noch nicht verstanden hast, wird es höchste Zeit. Sei dankbar für das, was Dir dieser Escort-Job bringt, denn jeder kann bei Penny landen. Das passiert nicht nur anderen...

Wie kann man als Escortdame nicht auf 450-EUR-Basis landen?

Wenn Du in der Schweiz lebst, kannst Du Dich in diesem wirtschaftlichen Kontext glücklich schätzen. In diesem Land (sicherlich eine der wenigen wirklich funktionierenden Demokratien der Welt) ist der Anstand noch in Ordnung.

Wusstet Ihr, dass 90 % der Mädchen, die in der Schweiz als Escortdame arbeiten, aus der Europäischen Union kommen?

Das Durchschnittsgehalt eines jungen Mädchens ohne Hochschulabschluss liegt in der Europäischen Union zwischen 800 und 1200 EUR pro Monat (brutto). Erinnerst Du Dich noch, wie oft Du dieses Geld an einem Tag verdient hast? Aber nur weil es früher so war, heisst das nicht, dass es in Zukunft immer so sein wird.

Um der Ungewissheit zu begegnen die uns alle erwartet ist es wichtig, dass Du Deine Einstellung zu diesem Escort-Job, für den Du Dich entschieden hast, zu ändern. Als selbständige Escortdame ist man ständig mit Unsicherheit, Konkurrenz, wirtschaftlichen Schwankungen und der Tatsache konfrontiert, dass ihr (gilt für die grosse Mehrheit von Euch) keine Steuern zahlt und nichts (oder nicht viel) für Eure Rente beiträgt.

Mein Rat, um Dein Einkommen in dieser Branche dauerhaft zu sichern, lautet: Respektiere Dich selbst, respektiere Deinen Escort-Job und verhalte Dich so, dass gute Kunden Dir gegenüber Respekt zeigen. Sobald Du in den Augen dieser Kunden den Respekt verlierst, wirst Du anfangen Geld zu verlieren, weil diese Kunden nicht mehr zu Dir kommen werden. Wenn Du nicht mehr so gut arbeiten kannst wie früher, musst Du Deine Preise senken um die laufenden Rechnungen zu bezahlen und Deinen Lebensstil aufrechterhalten zu können. Wenn die Preise sinken, sinkt im Allgemeinen auch die Qualität der Dienstleistung. Wenn die Qualität der Dienstleistung sinkt, machst Du diese Arbeit nicht mehr mit Freude, sondern eher unter Zwang. Wenn Du etwas gegen Deinen Willen tust, sind Drogen, Alkohol und illegale Substanzen oft notwendig, um sich selber bei der Stange zu halten, vor allem, wenn man eine zerbrechliche Persönlichkeit hat (wie Deine Escort-Kolleginnen). Wenn Du unter dem Einfluss solcher Substanzen stehst, wirst Du kontrollierbar, leicht beeinflussbar und bist jedem Räuber ausgeliefert. Plötzlich arbeitest Du in einem völlig anderen Kontext und ziehst eine völlig andere Kundschaft an, die Dir oft nicht wohlgesonnen ist. Wenn man geistig kontrolliert und/oder körperlich missbraucht wird, ist man entbehrlich. Und so beginnt ein sanfter Abstieg in die Hölle. Das ist nicht meine Einbildung, sondern das, was vielen Mädchen in dieser Branche widerfährt, Mädchen die von sich selbst eingenommen sind, die keinen Plan für die Zukunft haben, die das Geld so schnell verbrennen, wie sie es verdienen, die Kunden als selbstverständlich ansehen und glauben, dass sie noch 20 Jahre lang wie Aschenputtel aussehen werden. Eines Tages wachest Du auf, mache deine monatliche Abrechnung, ziehe deine Ausgaben ab und stelle fest, dass Du kaum 450-EUR-Basis verdient hast...  Das passiert nicht nur anderen.

Warum eine "schlechte Woche" trotzdem eine gute Woche ist?

Vor der Tragödie von Covid-19 verdienten viele von Ihnen bei TVR über 5000 CHF pro Woche (als Nettogehalt). Im Jahr 2022/2023 erreichen nur noch die Besten unter Ihnen dieses Wochenziel und einige wenige übertreffen diese Zahl sogar.

Da sich jedoch der globale wirtschaftliche Kontext seit März 2020 geändert hat, ist es wichtig zu verstehen und zu akzeptieren, dass 5000 CHF pro Woche nicht mehr als Durchschnitt, sondern als Ausnahme gelten. Ja, wir sind in der Schweiz, aber trotzdem. Auch hier wächst das Geld nicht auf Bäumen.

Denke daran, dass ein junger Allgemeinmediziner in der Europäischen Union zwischen 2000 und 3000 EUR netto pro Monat verdient. Wenn Du also diesen Nettobetrag pro Woche verdienst (mehr als die Hälfte von Euch bei TVR verdient mindestens diesen Betrag pro Woche, wenn nicht mehr) für einen Job wofür du dich entschieden hast und zwar unversteuert, hast Du kein Recht, dich über irgendetwas zu beschweren (auch wenn Du einige seltene Wochen unter 2000 CHF verdienst). Betrachte Dich als privilegiert, denn auch in der Schweiz gibt es nicht überall die Möglichkeit unter Bedingungen wie bei TVR so viel Geld zu verdienen. Lerne zu schätzen, was Du hast, höre auf zu jammern und lebe nicht über Deine Verhältnisse (leider ist dies ein Problem, mit dem viele Escort-Girls in dieser Branche konfrontiert sind). Wenn es in Deinem Land besser wäre, würdest Du nicht in die Schweiz kommen und Du könntest Dir sicher nicht all die sonnigen Ferien leisten, die Du dank Deiner Arbeit als selbständige Escortdame in der Schweiz leisten kannst. Bevor Du Dich also beschwerst:

"Oh Janet, diese Woche habe ich nur 1500 CHF (1CHF = 1 EUR) für mich verdient. Was für eine schlechte Woche!",

denke daran, dass heutzutage selbst eine schlechte Woche in dieser Branche eigentlich immer noch eine gute ist.

Janet für TheVelvetRooms

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Chloé wird zurück! ;-)